HOSPITALITAS

Nach jeder Massage: Was an der Liege wirklich gewechselt wird

Eine frisch gemachte Liege kann ordentlich aussehen und dennoch einen offenen Punkt haben. Wir zeigen, welche Aufgabe Auflage, Stoffhandtuch und Liegefläche zwischen zwei Terminen jeweils haben.

Ruhige, unbesetzte Massageliege mit einer frisch gefalteten hellen Stoffauflage, gerolltem Handtuch und Kopfstütze in einem warmen, unmarkierten Spa-Raum
Die Szene zeigt keine reale Behandlung, keinen dokumentierten Ablauf und keine konkrete Casa-Aurea-Textilvariante.
In diesem Artikel

Der nächste Termin beginnt oft, bevor der vorige Eindruck aus dem Raum verschwunden ist. Die Liege wird neu hergerichtet, ein Handtuch glattgezogen, die Uhr läuft weiter. Genau in diesem kurzen Zwischenraum lohnt es sich, drei Dinge auseinanderzuhalten: Was liegt als Auflage auf dem Massagetisch? Was ist ein Stoffhandtuch? Und welche Teile der Liege selbst bleiben sichtbar, auch wenn das Textil frisch aussieht?

Für gewerbliche Massage in Österreich gibt die Ausübungsregel dafür eine überraschend klare Reihenfolge vor. Nach jeder Benützung wird die Auflage des Massagetisches gewechselt. Liegefläche, Kopfteil und Massagerolle werden gereinigt und mit geeignetem alkoholischem Flächendesinfektionsmittel desinfiziert. Wir übersetzen diese Regel nicht in eine Fantasieliste von „Spa-Textilien“. Wir nutzen sie, um den Raum zwischen zwei Terminen so zu ordnen, dass niemand raten muss, was seine Aufgabe ist.

Eine frisch gemachte Liege ist noch kein Ablauf

Das Problem beginnt mit einer optischen Abkürzung. Ein heller Stoff auf der Liege sieht sauber und ruhig aus. Für die nächste Behandlung reicht dieser Eindruck als Nachweis nicht aus. Die Regel trennt die textile Auflage von den Teilen, die darunter oder daneben liegen. Das ist für ein Spa praktisch: Der Wechsel der Auflage erledigt nicht automatisch die Aufgabe an Kopfteil, Massagerolle und Liegefläche.

Wir würden die Vorbereitung deshalb nicht als eine große Geste beschreiben. Sie besteht aus klaren Handgriffen, die unterschiedliche Gegenstände betreffen. Diese Trennung schützt das Team vor einem typischen Missverständnis: Ein Textil kann gewechselt sein, während eine Oberfläche noch zum vorgesehenen Reinigungs- und Desinfektionsschritt gehört. Umgekehrt ersetzt der Oberflächenschritt keine frische Auflage.

Drei Rollen, die im Behandlungsraum getrennt bleiben
GegenstandWas die österreichische Regel dazu sagtWas das Spa zusätzlich festlegt
Auflage auf dem MassagetischNach jeder Benützung wechseln.Welche konkrete Auflage vorgesehen ist, wie sie gekennzeichnet wird und wohin sie nach dem Wechsel geht.
Liegefläche, Kopfteil und MassagerolleNach jeder Benützung reinigen und mit geeignetem alkoholischem Flächendesinfektionsmittel desinfizieren.Welches Mittel, welche Einwirkzeit, wer zuständig ist und wie die Durchführung dokumentiert wird.
Stoffhandtuch oder StoffwischtuchVor der täglichen thermischen Desinfektion nur einmal verwenden; täglich thermisch desinfizieren.Ob und wo das jeweilige Textil im eigenen Behandlungsablauf eingesetzt wird und wie sein Rücklauf getrennt geführt wird.

Die Auflage bekommt einen eigenen Namen

„Ein paar Handtücher für die Liege“ klingt im Lager harmlos. Im Terminplan macht die Formulierung Arbeit. Meint sie die Auflage auf dem Tisch? Ein Tuch für den Gast? Ein Tuch zum Abdecken? Ein Wischtuch für das Team? Sobald alles denselben Namen trägt, verschwimmt auch der Rücklauf.

Am Wortlaut der Regel sehen wir den Kern. Sie spricht bei Masseuren von der Auflage des Massagetisches und verlangt ihren Wechsel nach jeder Benützung. Das Wort ist klein, doch es löst eine große Sortierfrage: Diese Auflage ist im Ablauf ein eigener Gegenstand. Wir geben ihr in der internen Liste deshalb eine eindeutige Bezeichnung, eine Artikel- oder Variantenkennung und einen klaren Platz für sauber, in Gebrauch und Rücklauf.

Bei der Materialfrage bleibt die Verordnung bewusst still. Sie kürt kein Frottier, kein Leintuch und keine Grammatur. Wenn ein Haus eine Variante auswählt, sollte es diesen Teil als Auswahlentscheidung dokumentieren – getrennt von dem Wechsel, den die Regel verlangt.

Ein Stoffhandtuch ist kein Sammelbegriff für den ganzen Raum

Auch beim Handtuch wird es schnell zu allgemein. Die Ausübungsregel sagt: Stoffhandtücher und Stoffwischtücher dürfen vor der täglichen thermischen Desinfektion nur einmal verwendet werden. Der Satz ist eine Vorgabe für ihren Umgang. Er erklärt keine Ölentfernung, keine Trocknerleistung und keine Haltbarkeit einer bestimmten Ware.

Für die Spa-Leitung ist das eine gute Nachricht, weil die Entscheidung dadurch einfacher wird. Wir müssen keine angeblich perfekte Faser suchen. Wir müssen zuerst festlegen, welche Tücher das Team im Behandlungsraum verwendet und wofür. Danach lässt sich jedes dieser Textilien einem klaren Rücklauf zuordnen. Erst mit dieser Zuordnung kann die zuständige Wäscherei oder Fachstelle den tatsächlichen Aufbereitungsweg beurteilen.

Der Plan macht den Wechsel wiederholbar

Der anspruchsvolle Teil ist selten das erste Herrichten am Morgen. Er liegt im achten Termin, wenn eine Vertretung einspringt oder sich ein Raumwechsel ergibt. Die Regel verlangt einen Reinigungs- und Desinfektionsplan. Darin stehen das Objekt, die Art der Maßnahme, Arbeitsmittel oder Desinfektionsmittel, Einwirkzeit, Konzentration, Zeitpunkt oder Rhythmus sowie die verantwortliche Person. Die Einhaltung wird dokumentiert.

Wir sehen darin vor allem eine Hilfe für den Alltag. Der Plan kann die Liege nicht reinigen, aber er nimmt dem Team das Rätselraten ab. Für die Textilseite bleibt die Notiz schmal: Name der Auflage, Rolle des Handtuchs, Rücklaufpunkt und Zuständigkeit. Die fachliche Reinigungs- und Desinfektionsanweisung selbst gehört vollständig in den dafür zuständigen Plan; sie wird nicht aus einem Magazinartikel improvisiert.

  1. Die Textilien im Behandlungsraum nach ihrer Aufgabe benennen: Auflage, Gasttextil oder Stoffwischtuch.
  2. Die Auflage als eigene Variante im Bestand führen und ihren Wechsel nach jeder Benützung im Ablauf sichtbar machen.
  3. Liegefläche, Kopfteil und Massagerolle im Reinigungs- und Desinfektionsplan als Oberflächen führen.
  4. Für jedes Textil den Rücklaufpunkt und die verantwortliche Rolle festlegen; den tatsächlichen Aufbereitungsweg mit der zuständigen Fachstelle oder Wäscherei abstimmen.
  5. Den Plan dort prüfen, wo das Team ihn zwischen zwei Terminen wirklich nutzt. Bei Änderungen an Dienstleistung, Raum oder Textilrolle wird er fachlich aktualisiert.

Casa Aurea Kontext: Textilien vor dem Einkauf nach ihrer Aufgabe sortieren

Quellen & Methode

Worauf sich dieser Beitrag stützt

Die Quellen stützen die im Beitrag erläuterten Unterscheidungen. Sie ersetzen weder eine produktspezifische Prüfung noch eine rechtliche oder fachliche Beratung.

  1. Republik Österreich, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS): Ausübungsregeln für Fußpflege, Kosmetik und Massage durch Gewerbetreibende – Anlage 1Die Anlage enthält Ausübungs- und Hygieneanforderungen für gewerbliche Massage in Österreich. Sie verlangt unter anderem, dass Liege- und Hautkontaktflächen nach jeder Benützung gereinigt und desinfiziert werden. Für Masseure schreibt sie vor, nach jeder Benützung des Massagetisches die Auflage zu wechseln sowie Liegefläche, Kopfteil und Massagerolle zu reinigen und mit geeignetem alkoholischem Flächendesinfektionsmittel zu desinfizieren. Stoffhandtücher und Stoffwischtücher dürfen vor der thermischen Desinfektion nur einmal verwendet werden und müssen täglich einer thermischen Desinfektion im Kochwäscheprogramm zugeführt werden. Außerdem sind ein Reinigungs- und Desinfektionsplan mit Objekt, Art der Maßnahme, Arbeitsmittel, Einwirkzeit, Konzentration, Rhythmus und verantwortlicher Person sowie dessen Dokumentation vorgesehen. Die Regel bestimmt keine Handtuchgröße, Farbe, Faser, Grammatur, Ölentfernung, Hotelwäscheleistung, konkrete Produktfreigabe oder Rechtslage außerhalb ihres österreichischen Geltungsbereichs. Abgerufen am .

Herausgegeben von

Casa Aurea Redaktion

Herausgegeben von Casa Aurea B.V.
Die Casa Aurea Redaktion veröffentlicht fachlich nachvollziehbare Beiträge zu Hoteltextilien, Material, Pflege und Beschaffung. Sie stellt keine individuelle Fachberatung oder unabhängige Prüfung dar.
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Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Massageliege im Spa

Was muss nach jeder Massage an der Liege passieren?

Für gewerbliche Massage in Österreich verlangt die herangezogene Regel den Wechsel der Auflage des Massagetisches. Liegefläche, Kopfteil und Massagerolle müssen nach jeder Benützung gereinigt und mit geeignetem alkoholischem Flächendesinfektionsmittel desinfiziert werden. Für den konkreten Betrieb gelten zusätzlich dessen Plan und die zuständigen Vorgaben.

Muss die Auflage der Massageliege nach jeder Behandlung gewechselt werden?

Die österreichische Ausübungsregel für Masseure schreibt den Wechsel der Auflage nach jeder Benützung des Massagetisches vor. Ob die Regel auf eine konkrete Dienstleistung oder einen Betrieb anwendbar ist, prüft das Haus mit den zuständigen Stellen.

Welche Handtuchgröße oder Grammatur verlangt die Regel?

Keine. Die Quelle legt weder Größe, Faser, Farbe noch Grammatur einer Auflage oder eines Handtuchs fest. Diese Punkte gehören zu einer eigenen Auswahl- und Freigabeentscheidung für die konkrete Variante.

Darf ein Stoffhandtuch bei mehreren Gästen verwendet werden?

Die herangezogene österreichische Regel sagt, dass Stoffhandtücher und Stoffwischtücher vor der täglichen thermischen Desinfektion nur einmal verwendet werden dürfen. Wie ein Haus seine konkreten Textilien einordnet und aufbereitet, gehört in den passenden betrieblichen Plan und an die zuständige Fachstelle.

Kann Casa Aurea den Hygieneplan für eine Massageliege vorgeben?

Nein. Casa Aurea kann Textilrollen, Formate und Varianten für ein Projekt strukturieren. Der rechtlich und fachlich passende Hygiene-, Reinigungs-, Desinfektions- und Wäscheplan wird vom Betrieb mit seinen zuständigen Fachstellen und Partnern festgelegt.