HOSPITALITAS · TACTUS
80 × 200 oder 100 × 200 cm? Was ein Saunatuch im Hotel auf der Bank leisten muss
Die Entscheidung wirkt klein: 20 Zentimeter mehr Breite. In der Sauna ist sie es nicht. Wir beginnen bei der einen Regel, die wirklich gilt, und zeigen, warum daraus noch keine Standardgröße wird.

In diesem Artikel
80 × 200 oder 100 × 200 Zentimeter? Auf dem Angebot ist das eine kurze Zeile. Auf der Saunabank entscheidet sie über eine ganz konkrete Aufgabe: Das Tuch soll unter dem ganzen Körper liegen. Genau das verlangt der Deutsche Sauna-Bund. Eine Idealgröße nennt er nicht. Wir beginnen deshalb nicht bei der größeren Zahl, sondern bei der Bank, auf der das Tuch später liegen soll.
Die Bank liefert die einzige feste Vorgabe
In den Goldenen Regeln für das Saunabaden steht der Satz, der für die Auswahl zählt: Das Liegetuch gehört unter den ganzen Körper, damit kein Schweiß auf die Saunabank tropft. Der ausführlichere Leitfaden nennt für Sauna- und Warmlufträume ausreichend große Liegetücher. Es geht also nicht um eine schöne Zahl im Datenblatt. Es geht darum, ob die benannte Variante diese Aufgabe auf der vorgesehenen Bank erfüllt.
Hier endet die Regel auch schon. Weder 80 × 200 noch 100 × 200 Zentimeter ist darin als allgemeiner Maßstab festgelegt. Das ist wichtig, weil eine größere Zahl leicht wie eine fertige Antwort wirkt. Sie ist es nicht. Die Quelle sagt nichts darüber, welches Maß für jede Person, jede Bank oder jedes Haus reicht.
Aus zwei Maßen wird eine prüfbare Frage
Sobald die Regel klar ist, wird die Auswahl überraschend schlicht. Das Team legt die eindeutig bezeichnete Muster-Variante auf genau den Liegeplatz, für den sie gedacht ist. Dann hält es nur fest: Liegt sie unter dem ganzen Körper, wie es die Saunaregel verlangt? Und soll sie ausschließlich dort bleiben oder später noch eine zweite Aufgabe übernehmen?
Diese Prüfung ist keine allgemeine Produktzusage. Sie ist eine Entscheidung für die eigene Bank und die eigene Ausgabe. Neben das Maß gehört deshalb die Artikelkennung. Bei einer Nachbestellung lässt sich dann nachvollziehen, welche Variante für welchen Ort freigegeben wurde. Aus dem Nennmaß allein folgen keine Aussagen zu Komfort, Trocknungszeit, Haltbarkeit, Kosten oder Gästepräferenz.
Nach der Sauna beginnt eine zweite Textilfrage
Nach dem Saunagang wechselt nicht nur der Raum. Es wechselt auch die Frage an das Textil. Der Hausordnungsleitfaden des Deutschen Sauna-Bundes nennt für bestimmte Aufenthaltsbereiche, etwa Ruheräume und Gastronomie, einen Bademantel oder ein trockenes Badetuch, das den Körper umhüllt. Das ist keine Produktempfehlung. Es macht aber sichtbar, warum die Aufgabe auf der Bank nicht automatisch dieselbe ist wie die Aufgabe danach.
Ein Haus kann ein Tuch für beide Stationen vorsehen. Es kann die Rollen trennen. Der Leitfaden entscheidet das nicht. Er hilft uns nur dabei, die Entscheidung nicht zu verstecken: Soll die Muster-Variante auf der Bank liegen, den Gast im Ruhebereich umhüllen oder beides? Erst danach lässt sich ein Format sinnvoll vergleichen.
| Ort | Was der Leitfaden sagt | Was das Haus entscheiden muss |
|---|---|---|
| Sauna- oder Warmluftraum | Ein ausreichend großes Liegetuch liegt unter dem ganzen Körper. | Welche Variante auf welcher Bank diese Aufgabe übernehmen soll. |
| Ruhebereich oder Gastronomie | Bademantel oder ein trockenes, den Körper umhüllendes Badetuch. | Ob dieselbe Variante weitergegeben wird oder eine andere Textilrolle vorgesehen ist. |
Die Wäschefrage braucht ihren eigenen Ablauf
Manchmal steckt hinter der Größenfrage eine zweite Sorge: Was passiert nach dem Waschen und Trocknen mit dem Maß? Dafür gibt es keine Antwort aus dem Saunaleitfaden. ISO 5077 beschreibt ein Verfahren, mit dem Maßänderungen von Textilien nach einer geeigneten Kombination festgelegter Wasch- und Trocknungsverfahren bestimmt werden.
Das Verfahren macht aus 80 oder 100 Zentimetern keine bessere Saunatuchgröße. Es hilft nur, eine präzise Frage zu stellen: Welche benannte Variante soll nach welchem Ablauf an welchen Messpunkten betrachtet werden? Ein Ergebnis gehört dann zu dieser Probe und diesem Ablauf – nicht automatisch zu jeder Hotelwäsche oder jedem Tuch mit demselben Nennmaß.
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Quellen & Methode
Worauf sich dieser Beitrag stützt
Die Quellen stützen die im Beitrag erläuterten Unterscheidungen. Sie ersetzen weder eine produktspezifische Prüfung noch eine rechtliche oder fachliche Beratung.
- Deutscher Sauna-Bund e. V.: Deutscher Sauna-Bund – Zehn Goldene Regeln für gesundheitsförderndes SaunabadenFür die Sauna wird ein Liegetuch unter dem ganzen Körper genannt, damit kein Schweiß auf die Saunabank tropft. Abgerufen am .
- Deutscher Sauna-Bund e. V.: Deutscher Sauna-Bund – Leitfaden zum Tag der Sauna: Haus- und BadeordnungDer Leitfaden beschreibt ausreichend große Liegetücher in Sauna- und Warmlufträumen sowie ein trockenes, den Körper umhüllendes Badetuch für bestimmte Aufenthaltsbereiche. Abgerufen am .
- International Organization for Standardization: ISO 5077:2007 – Textiles — Determination of dimensional change in washing and dryingPrüfmethodik für Maßänderungen nach festgelegten Wasch- und Trocknungskombinationen. Abgerufen am .
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Saunatuchgröße
Ist 80 × 200 cm die vorgeschriebene Saunatuchgröße?
Nein. Die herangezogenen Leitfäden verlangen ein ausreichend großes Liegetuch unter dem ganzen Körper, nennen aber kein verbindliches Nennmaß wie 80 × 200 oder 100 × 200 Zentimeter.
Ist 100 × 200 cm immer die bessere Wahl?
Dafür geben die Quellen keine allgemeine Rangfolge vor. Für die Auswahl zählt, ob die klar bezeichnete Variante auf der vorgesehenen Bank die Aufgabe als Liegetuch erfüllt und welche Rolle sie danach noch übernehmen soll.
Wie prüfen wir die passende Größe für unser Spa?
Legen Sie die eindeutig bezeichnete Muster-Variante auf den vorgesehenen Liegeplatz. Halten Sie fest, ob sie unter dem ganzen Körper liegen soll und ob sie ausschließlich in der Sauna oder auch danach ausgegeben wird. Diese Beobachtung gilt für Ihr Haus, nicht als allgemeine Aussage über das Format.
Kann dasselbe Tuch auch in den Ruhebereich gehen?
Der Leitfaden nennt dort Bademantel oder ein trockenes, den Körper umhüllendes Badetuch. Ob das dieselbe Variante wie im Saunaraum ist, legt das Haus für seine Ausgabe selbst fest.


